Ein gelungenes Camping-Wochenende beginnt nicht mit möglichst viel Ausrüstung, sondern mit der richtigen Auswahl.
Wer jedes denkbare Zubehör einpackt, verbringt schnell mehr Zeit mit Transport, Aufbau und Organisation als mit dem eigentlichen Aufenthalt in der Natur. Wer dagegen zu knapp plant, bemerkt häufig erst am Abend, dass eine warme Schicht, ausreichend Licht oder eine bequeme Schlafunterlage fehlt.
Die ideale Camping-Ausrüstung orientiert sich deshalb an der konkreten Reise:
- Wo wird übernachtet?
- Wie viele Personen reisen mit?
- Ist das Auto direkt am Stellplatz erreichbar?
- Welche Temperaturen sind zu erwarten?
- Wird selbst gekocht?
- Gibt es Strom, Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen?
- Muss die Ausrüstung getragen werden?
Ein Wochenende auf einem gut ausgestatteten Campingplatz stellt andere Anforderungen als eine Tour, bei der das gesamte Gepäck im Rucksack transportiert wird.
Zuerst die Art des Camping-Ausflugs bestimmen
Bevor einzelne Produkte ausgewählt werden, sollte klar sein, wie das Wochenende tatsächlich ablaufen soll.
Camping mit dem Auto
Beim sogenannten Autocamping spielen Gewicht und Packmaß eine geringere Rolle. Größere Zelte, komfortable Matten, Campingmöbel und umfangreichere Kochutensilien können problemlos transportiert werden.
Das ist besonders praktisch für:
- Familien,
- mehrere gemeinsam reisende Personen,
- längere Aufenthalte an einem Ort,
- Campingplätze mit festem Stellplatz,
- Reisen mit viel Komfortbedarf.
Camping mit dem Rucksack
Bei einer Tour zu Fuß zählt jedes zusätzliche Kilogramm. Zelt, Schlafsystem, Kocher, Kleidung, Wasser und Verpflegung müssen gemeinsam betrachtet werden.
Ein besonders leichtes Einzelprodukt hilft wenig, wenn zahlreiche unnötige Zusatzartikel eingepackt werden. Entscheidend ist das Gesamtgewicht des Rucksacks.
Camping mit Fahrrad oder Motorrad
Hier müssen Packmaß, Gewicht und eine sichere Befestigung zusammenpassen. Das Gepäck sollte wassergeschützt verstaut und gleichmäßig verteilt werden.
Bei Motorrädern dürfen Gepäckstücke keine heißen Bauteile, Beleuchtungseinrichtungen oder beweglichen Fahrzeugteile beeinträchtigen. Für Fahrradtouren müssen Taschen und Halterungen zur vorgesehenen Belastung passen.
Das Zelt als geschützter Wohn- und Schlafbereich
Das Zelt ist nicht nur ein Schlafplatz. Es schützt Ausrüstung und Personen vor Wind, Niederschlag, Insekten und nächtlicher Abkühlung.
Bei der Auswahl sind mehrere Punkte wichtig:
- Anzahl der Schlafplätze,
- Innenlänge und Innenbreite,
- Sitz- oder Stehhöhe,
- Anzahl der Eingänge,
- Größe des Vorraums,
- Belüftungsmöglichkeiten,
- Aufbauzeit,
- Gewicht und Packmaß,
- vorgesehene Wetterbedingungen.
Die auf dem Zelt angegebene Personenzahl beschreibt häufig vor allem, wie viele Schlafplätze nebeneinander vorgesehen sind. Sie sagt nicht automatisch aus, dass zusätzlich viel Raum für Rucksäcke, Kleidung oder andere Ausrüstung vorhanden ist.
Für zwei Personen kann ein Drei-Personen-Zelt daher angenehmer sein, wenn das Gewicht keine entscheidende Rolle spielt.
Kuppelzelt, Tunnelzelt oder Familienzelt?
Kuppelzelt
Ein Kuppelzelt wird durch sich kreuzende Gestängebögen getragen. Viele Modelle können weitgehend selbstständig stehen und lassen sich vergleichsweise unkompliziert versetzen.
Es eignet sich besonders für:
- kurze Aufenthalte,
- wechselnde Stellplätze,
- Einsteiger,
- kompakte Reiseausrüstung,
- kleinere Gruppen.
Auch ein selbststehendes Zelt muss bei Wind mit geeigneten Heringen und Abspannleinen gesichert werden.
Tunnelzelt
Bei einem Tunnelzelt verlaufen mehrere Gestängebögen hintereinander. Dadurch kann im Verhältnis zum Gewicht viel nutzbarer Innenraum entstehen.
Ein Tunnelzelt benötigt eine sorgfältige Abspannung. Der Standort und die Ausrichtung zum Wind sind daher besonders wichtig.
Familien- oder Steilwandzelt
Große Campingzelte bieten häufig getrennte Schlafkabinen, einen hohen Wohnbereich und Platz für Möbel.
Sie eignen sich vor allem für längere Aufenthalte auf Campingplätzen. Für häufige Standortwechsel oder lange Fußwege sind sie aufgrund ihres Gewichts und des aufwendigeren Aufbaus weniger praktisch.
Innenzelt, Außenzelt und Belüftung
Viele Campingzelte bestehen aus einem atmungsaktiveren Innenzelt und einem separaten Außenzelt. Zwischen beiden entsteht ein Luftzwischenraum.
Feuchtigkeit im Zelt stammt nicht nur von Regen. Menschen geben beim Atmen und über die Haut Feuchtigkeit an die Luft ab. Trifft feuchte Luft auf eine kalte Zeltfläche, kann sich Kondenswasser bilden.
Deshalb sollten vorhandene Lüftungsöffnungen auch bei kühleren Temperaturen nicht vollständig verschlossen werden. Eine gute Luftzirkulation reduziert Feuchtigkeit, kann Kondensation jedoch nicht unter allen Bedingungen vollständig verhindern.
Das Innenzelt sollte das Außenzelt möglichst nicht berühren. Andernfalls kann Feuchtigkeit leichter auf Schlafsäcke oder Kleidung übertragen werden.
Vorraum und Stauraum
Ein Vorraum, häufig auch Apsis genannt, ist besonders praktisch für:
- Schuhe,
- Rucksäcke,
- nasse Kleidung,
- leere Transportbehälter,
- geschützte Kochutensilien.
Brennstoffbetriebene Kocher sollten jedoch nicht einfach im geschlossenen Zelt oder schlecht belüfteten Vorraum verwendet werden. Neben Brandgefahr besteht bei unvollständiger Verbrennung die Gefahr von Kohlenmonoxid. Das Gas ist weder sichtbar noch durch Geruch oder Geschmack wahrnehmbar und kann zu schweren oder tödlichen Vergiftungen führen.
Maßgeblich sind immer die Sicherheits- und Bedienungshinweise des jeweiligen Kochers.
Zeltunterlage und Schutz des Bodens
Eine passende Zeltunterlage schützt den Zeltboden vor:
- scharfkantigen Steinen,
- kleinen Ästen,
- Feuchtigkeit,
- Schmutz,
- mechanischem Abrieb.
Die Unterlage sollte nicht deutlich unter dem Zelt hervorragen. Sammelt sich Regenwasser auf einer überstehenden Plane, kann es unter den Zeltboden laufen.
Vor dem Aufbau sollten Steine, Äste und andere spitze Gegenstände entfernt werden. Pflanzen und der Untergrund sollten dabei möglichst wenig beschädigt werden.
Heringe und Abspannleinen
Die mitgelieferten Heringe passen nicht automatisch zu jedem Boden.
Für weiche Wiesenböden eignen sich andere Formen als für sandigen, steinigen oder besonders harten Untergrund. Wer den vorgesehenen Stellplatz kennt, kann die Heringe gezielt darauf abstimmen.
Abspannleinen stabilisieren das Zelt und halten das Außenzelt auf Abstand zum Innenzelt. Bei Wind sollten sie frühzeitig gespannt werden – nicht erst dann, wenn das Zelt bereits stark belastet wird.
Leinen müssen gut sichtbar sein, damit niemand darüber stolpert. Reflektierende Elemente können die Erkennbarkeit bei Dunkelheit verbessern.
Das Schlafsystem besteht aus mehreren Teilen
Ein warmer Schlafsack allein garantiert keine angenehme Nacht. Ein vollständiges Schlafsystem besteht aus:
- Schlafunterlage,
- Schlafsack oder Decke,
- geeigneter Nachtkleidung,
- trockenem Schlafplatz,
- bei Bedarf einem kleinen Kissen.
Die Unterlage ist besonders wichtig, weil sie nicht nur Unebenheiten ausgleicht. Sie verringert auch den Wärmeverlust zum Boden.
Isomatte oder Luftmatratze?
Geschlossenzellige Schaumstoffmatte
Eine einfache Schaumstoffmatte ist robust, unempfindlich gegen kleine Beschädigungen und sofort einsatzbereit.
Vorteile:
- keine Pumpe erforderlich,
- kaum ausfallanfällig,
- auch bei kleineren Beschädigungen weiter nutzbar,
- häufig vergleichsweise günstig.
Nachteile:
- größeres Packmaß,
- begrenzter Liegekomfort,
- abhängig vom Modell geringere Isolation.
Selbstaufblasende Matte
Selbstaufblasende Matten kombinieren Schaumstoff mit einem luftgefüllten Aufbau. Beim Öffnen des Ventils dehnt sich der Schaum aus und zieht Luft ein.
Sie bieten häufig einen guten Kompromiss aus Komfort, Isolation und Packmaß.
Aufblasbare Campingmatte
Moderne aufblasbare Matten können dick und bequem sein. Manche besitzen isolierende Kammern oder Füllungen.
Sie müssen zum Einsatzbereich passen und benötigen Schutz vor scharfkantigem Untergrund. Ein Reparaturset sollte bei längeren oder abgelegenen Touren griffbereit sein.
Große Luftmatratze
Klassische hohe Luftmatratzen bieten viel Platz und sind beim Autocamping bequem zu transportieren. Viel Luft im Inneren bedeutet jedoch nicht automatisch eine gute Isolation bei niedrigen Bodentemperaturen.
Für kühle Nächte sollte daher nicht nur auf die Dicke, sondern ausdrücklich auf die angegebene Isolationsleistung geachtet werden.
Was bedeutet der R-Wert einer Schlafmatte?
Der R-Wert beschreibt den Wärmewiderstand einer Matte. Vereinfacht gilt: Ein höherer Wert bedeutet eine stärkere Isolationswirkung gegenüber dem Untergrund.
Der passende Wert hängt unter anderem ab von:
- Bodentemperatur,
- Jahreszeit,
- persönlichem Kälteempfinden,
- zusätzlicher Unterlage,
- geplanter Einsatzhöhe.
Der R-Wert sagt nichts über die Weichheit oder den allgemeinen Liegekomfort aus. Eine gut isolierende Matte kann trotzdem als zu hart, zu schmal oder zu laut empfunden werden.
Den Schlafsack nach der Temperatur auswählen
Schlafsäcke unterscheiden sich erheblich bei Füllmaterial, Schnitt, Gewicht und vorgesehenem Temperaturbereich.
Die Norm DIN EN ISO 23537 schafft eine standardisierte Grundlage für Temperaturangaben bei entsprechenden Schlafsäcken. DIN weist darauf hin, dass Verbraucher dadurch Modelle für unterschiedlich warme oder kalte Regionen besser vergleichen können.
Typische Angaben sind:
Komforttemperatur
Sie dient als wichtige Orientierung für Personen, die schneller frieren oder angenehm warm schlafen möchten.
Grenztemperatur beziehungsweise Limit
Dieser Wert beschreibt eine niedrigere Temperatur, bei der ein standardisierter Nutzer unter bestimmten Bedingungen noch schlafen kann. Er ist nicht automatisch der ideale Komfortbereich für jede Person.
Extremtemperatur
Die Extremangabe ist kein Wert für eine komfortable Übernachtung. Sie beschreibt einen Notfallbereich mit erhöhtem Risiko und sollte nicht als normale Einsatztemperatur eingeplant werden.
Für die praktische Auswahl sollte sich ein Nutzer, der sein persönliches Kälteempfinden noch nicht kennt, eher an der Komfortangabe orientieren und eine Sicherheitsreserve berücksichtigen.
Daune oder Kunstfaser?
Daunenschlafsack
Daune kann bei geringem Gewicht eine hohe Wärmeleistung und ein kleines Packmaß bieten.
Sie muss allerdings vor Feuchtigkeit geschützt werden. Nasse oder stark feuchte Daune verliert einen Teil ihrer isolierenden Wirkung und benötigt eine sorgfältige Trocknung.
Kunstfaserschlafsack
Kunstfaserfüllungen sind häufig weniger empfindlich gegenüber feuchten Bedingungen und vergleichsweise pflegeleicht.
Sie können bei ähnlicher Wärmeleistung schwerer und voluminöser ausfallen als hochwertige Daunenfüllungen.
Für ein Wochenende auf einem Campingplatz können Packmaß und Gewicht weniger wichtig sein als bei einer mehrtägigen Rucksacktour.
Der Schnitt des Schlafsacks
Ein körpernah geschnittener Mumienschlafsack muss weniger Luft erwärmen und kann Wärme effizient halten. Dafür bietet er weniger Bewegungsfreiheit.
Ein rechteckiger Deckenschlafsack ist geräumiger und kann bei manchen Modellen vollständig geöffnet als Decke verwendet werden. Bei kalten Bedingungen entsteht jedoch mehr Innenraum, der erwärmt werden muss.
Die richtige Wahl hängt von Temperatur, Schlafgewohnheiten und persönlichem Komfort ab.
Schlafkleidung trocken halten
Die Kleidung für die Nacht sollte trocken und nicht zu eng sein.
Geeignet sind abhängig von der Temperatur:
- Funktionsunterwäsche,
- leichtes Langarmshirt,
- lange Schlafhose,
- trockene Socken,
- dünne Mütze.
Feuchte Tageskleidung sollte nicht aus Bequemlichkeit im Schlafsack getragen werden. Sie kann den Körper zusätzlich auskühlen und bringt Feuchtigkeit in das Schlafsystem.
Sehr viele enge Kleidungsschichten sind ebenfalls nicht automatisch besser. Sie können die Bewegungsfreiheit einschränken und die isolierende Luftschicht in Kleidung oder Schlafsack zusammendrücken.
Ein kleines Kissen verbessert den Schlaf
Ein Campingkissen, ein gefüllter Packsack oder zusammengelegte Kleidung können den Kopf stützen.
Das Kissen sollte so hoch sein, dass Hals und Kopf möglichst entspannt liegen. Eine zu hohe oder instabile Unterlage kann zu Verspannungen führen.
Für das Autocamping kann auch ein normales kleines Kopfkissen sinnvoll sein, sofern ausreichend Platz vorhanden ist.
Kleidung nach dem Schichtenprinzip
Statt einer einzelnen sehr dicken Jacke sind mehrere kombinierbare Schichten meist flexibler.
Basisschicht
Sie liegt direkt auf der Haut und soll Feuchtigkeit möglichst vom Körper wegtransportieren.
Wärmeschicht
Fleece, Wolle oder isolierende Jacken halten erwärmte Luft am Körper.
Wetterschutz
Die äußere Schicht schützt je nach Ausführung vor Wind und Niederschlag.
Zusätzlich gehören auch im Sommer lange Kleidung, trockene Socken und eine wärmere Schicht ins Gepäck. Temperaturen können am Abend deutlich sinken, besonders in höheren Lagen oder bei klarem Himmel.
Regenbekleidung griffbereit verstauen
Eine Regenjacke hilft wenig, wenn sie ganz unten im vollgepackten Kofferraum oder Rucksack liegt.
Regenbekleidung sollte schnell erreichbar sein. Bei längeren Aufenthalten können zusätzlich sinnvoll sein:
- Regenhose,
- wasserdichte Schuhe,
- Gamaschen,
- Rucksackhülle,
- wasserdichte Packbeutel.
Wichtige Kleidung, Schlafsack und Elektronik sollten unabhängig von einer äußeren Rucksackhülle zusätzlich geschützt verpackt werden. Bei starkem oder lang anhaltendem Regen kann Wasser an Gurten und Öffnungen entlang in das Gepäck gelangen.
Beleuchtung für Zelt und Stellplatz
Eine gute Beleuchtung erhöht Komfort und Sicherheit.
Zur Grundausstattung gehören:
- Stirnlampe,
- Zeltlampe oder Laterne,
- Ersatzbatterien beziehungsweise Lademöglichkeit.
Eine Stirnlampe lässt beide Hände frei und ist besonders praktisch beim Aufbau, Kochen oder auf dem Weg zu sanitären Einrichtungen.
Im Zelt sollte keine offene Flamme verwendet werden. LED-Leuchten bieten Licht, ohne eine Kerze oder andere offene Feuerquelle im Schlafbereich betreiben zu müssen.
Stromversorgung realistisch planen
Auf einem Campingplatz kann ein Stromanschluss verfügbar sein. Ob und welche Stecker, Leitungen und Absicherungen erforderlich sind, sollte vorab beim Platzbetreiber geprüft werden.
Für kleinere Geräte können ausreichen:
- Powerbank,
- Fahrzeug-Ladegerät,
- wiederaufladbare Lampe,
- Solarpanel bei geeignetem Wetter und längeren Aufenthalten.
Die Kapazität einer Powerbank sollte zum tatsächlichen Bedarf passen. Ein Smartphone, eine Lampe und eine Kamera benötigen gemeinsam mehr Energie als ein einzelnes Telefon.
Akkus sollten vor der Abreise geladen werden. Kälte kann die nutzbare Leistung von Akkus vorübergehend reduzieren, weshalb empfindliche Geräte nachts nicht unnötig kalt gelagert werden sollten.
Die Campingküche
Eine funktionale Campingküche benötigt nicht automatisch viele Einzelteile.
Für ein Wochenende reichen häufig:
- geeigneter Campingkocher,
- passender Brennstoff,
- Feuerzeug oder Zündhilfe,
- stabiler Topf,
- kleine Pfanne,
- Kochlöffel,
- Messer,
- Schneideunterlage,
- Teller oder Schüssel,
- Becher,
- Besteck,
- Wasserbehälter,
- Reinigungsmittel und Tuch,
- Müllbeutel.
Wer Mahlzeiten vorab plant, vermeidet überflüssige Töpfe und Zutaten.
Kocher passend zur Reise wählen
Gaskocher
Gaskocher sind verbreitet und lassen sich häufig gut regulieren. Kartuschen und Anschluss müssen zum jeweiligen Gerät passen.
Der Kocher benötigt eine ebene, stabile und nicht brennbare Stellfläche. Brennbare Gegenstände, trockenes Gras und Zeltmaterial müssen ausreichend entfernt sein.
Spiritus- und Mehrstoffkocher
Diese Systeme besitzen jeweils eigene Vor- und Nachteile hinsichtlich Leistung, Brennstoff, Bedienung und Wartung.
Sie sollten nur verwendet werden, wenn der Nutzer mit dem konkreten System vertraut ist. Ausgelaufener Brennstoff und schwer erkennbare Flammen können besondere Gefahren verursachen.
Elektrische Kochgeräte
Sie sind nur sinnvoll, wenn ein geeigneter und ausreichend belastbarer Stromanschluss vorhanden ist. Nicht jeder Campinganschluss ist für mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig ausgelegt.
Niemals im geschlossenen Zelt kochen
Brennstoffbetriebene Kocher und Grills gehören grundsätzlich nicht in geschlossene Schlafzelte.
Neben der unmittelbaren Brandgefahr entsteht bei Verbrennungsprozessen Kohlenmonoxid. Der Deutsche Feuerwehrverband warnt ausdrücklich davor, Holzkohlegrills in Innenräumen als Koch- oder Heizgerät zu verwenden. Kohlenmonoxid kann von Menschen nicht gesehen, gerochen oder geschmeckt werden.
Auch ein geöffnetes Zeltfenster macht einen eigentlich ungeeigneten Betrieb nicht automatisch sicher. Die Herstellerangaben des Geräts sind verbindlich.
Lebensmittel kühl und getrennt aufbewahren
Leicht verderbliche Lebensmittel müssen auch beim Picknick, Grillen und Camping ausreichend gekühlt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, solche Lebensmittel bei längerem Aufenthalt im Freien durchgehend kühl zu halten.
Besonders empfindlich sind unter anderem:
- rohes Fleisch,
- Geflügel,
- Fisch,
- manche Milchprodukte,
- Speisen mit rohen Eiern,
- bereits vorbereitete, leicht verderbliche Gerichte.
Rohes Fleisch sollte getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verpackt werden. Messer, Bretter und Hände können Keime übertragen. Das BfR bezeichnet diese Übertragung von rohen auf andere Lebensmittel als Kreuzkontamination.
Lebensmittel sicher zubereiten
Fleisch und insbesondere Geflügel sollten ausreichend durchgegart werden. Gleichzeitig sollte Grillgut nicht unnötig stark verkohlen und Fett möglichst nicht in großer Menge auf die Hitzequelle tropfen. Das BfR weist darauf hin, dass dabei gesundheitlich unerwünschte Stoffe entstehen können.
Für ein Wochenende sind einfache Gerichte oft die beste Wahl:
- Nudeln mit haltbarer Sauce,
- Reis- oder Couscousgerichte,
- Suppen,
- Haferflocken,
- Brot und haltbare Aufstriche,
- Gemüsepfannen,
- vorportionierte Zutaten.
Je weniger rohe und leicht verderbliche Lebensmittel verarbeitet werden, desto einfacher bleiben Kühlung und Reinigung.
Trinkwasser nicht vergessen
Der Wasserbedarf umfasst mehr als Getränke. Wasser wird außerdem benötigt für:
- Kochen,
- Händereinigung,
- Geschirr,
- Zähneputzen,
- gegebenenfalls die Versorgung von Haustieren.
Auf Campingplätzen sollte geklärt werden, welche Entnahmestellen ausdrücklich Trinkwasser liefern.
Wasser aus Seen, Bächen oder anderen natürlichen Gewässern sollte nicht allein aufgrund seines klaren Aussehens als Trinkwasser betrachtet werden. Sichere Trinkwasserversorgung umfasst kontrollierte Gewinnung, Aufbereitung und Überwachung. In Deutschland wird die Trinkwasserqualität nach gesetzlichen Vorgaben überwacht.
Bei Touren ohne sichere Versorgung muss ein geeignetes Aufbereitungsverfahren fachgerecht geplant werden. Nicht jedes Filter- oder Entkeimungsverfahren entfernt alle denkbaren Krankheitserreger und chemischen Belastungen.
Kühlbox oder Kühltasche?
Passive Kühltasche
Sie arbeitet mit vorgekühlten Lebensmitteln und Kühlakkus. Sie ist leicht und benötigt keinen Strom, hält die Temperatur aber nur begrenzt.
Passive Kühlbox
Durch dickere Isolierung kann sie Temperaturen häufig länger halten als eine einfache Tasche. Auch sie muss vorgekühlt und möglichst selten geöffnet werden.
Elektrische Kühlbox
Elektrische Modelle unterscheiden sich stark bei Kühltechnik und Leistungsfähigkeit. Manche reduzieren die Temperatur nur relativ zur Umgebung, andere können eine eingestellte Temperatur aktiver halten.
Vor dem Kauf sollten Stromverbrauch, Anschlussart, Geräuschentwicklung und tatsächliche Kühlleistung geprüft werden.
Campingmöbel
Für ein Wochenende mit dem Auto erhöhen Stuhl und Tisch den Komfort deutlich.
Ein guter Campingstuhl sollte:
- zur Körpergröße passen,
- ausreichend belastbar sein,
- sicher auf dem Untergrund stehen,
- nicht unkontrolliert zusammenklappen,
- ein geeignetes Packmaß besitzen.
Ein kleiner Tisch erleichtert Kochen und Essen. Kochgeräte dürfen jedoch nur aufgestellt werden, wenn Tisch und Oberfläche dafür geeignet und standsicher sind.
Bei starkem Wind müssen leichte Möbel gesichert oder zusammengelegt werden. Das BBK empfiehlt vor einem Unwetter, bewegliche Gegenstände im Außenbereich gegen Sturmböen zu sichern.
Erste-Hilfe- und Sicherheitsausrüstung
Ein kleines Erste-Hilfe-Set sollte zu jeder Campingausrüstung gehören.
Sinnvoll sind unter anderem:
- Pflaster in mehreren Größen,
- sterile Wundauflagen,
- Verbandmaterial,
- Einmalhandschuhe,
- Rettungsdecke,
- persönliche Medikamente,
- Pinzette oder Zeckenentferner,
- Desinfektionsmittel entsprechend dem Verwendungszweck.
Das Set sollte nicht nur mitgeführt werden. Alle Mitreisenden sollten wissen, wo es liegt.
Bei längeren oder abgelegenen Touren können zusätzlich eine Signalpfeife, eine Offline-Karte und ein aufgeladenes Kommunikationsgerät sinnvoll sein.
Wetter vor und während der Reise prüfen
Ein Wetterbericht am Tag der Abreise reicht nicht immer aus. Wetterlagen können sich ändern.
Der Deutsche Wetterdienst stellt Vorhersagen, Warnlagen und aktuelle Warnungen bereit. Bei angekündigtem Sturm, Gewitter oder Starkregen sollte geprüft werden, ob der Aufenthalt sicher durchgeführt oder verschoben werden muss.
Das BBK rät bei Unwettern davon ab, sich im Freien oder in gefährdeten Bereichen wie Wäldern aufzuhalten. Lose Äste und umstürzende Bäume können erhebliche Verletzungen verursachen.
Ein Campingzelt ist kein sicherer Schutzraum bei einem schweren Unwetter.
Schutz vor Sonne und Hitze
Auch bei bewölktem Himmel kann Sonnenschutz notwendig sein.
Zur Ausrüstung gehören abhängig von Jahreszeit und Ort:
- Kopfbedeckung,
- Sonnencreme,
- Sonnenbrille,
- luftige, bedeckende Kleidung,
- ausreichend Getränke,
- Sonnensegel oder anderer Schattenplatz.
Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt bei Hitze den Aufenthalt im Schatten, Kopfbedeckung, geeignete Kleidung und konsequenten UV-Schutz.
Ein geschlossenes Zelt kann sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark erwärmen. Menschen und Tiere dürfen sich nicht darauf verlassen, dass das Zelt tagsüber automatisch einen kühlen Rückzugsort bietet.
Schutz vor Zecken und Insekten
In Gras, Unterholz und an Waldrändern kann Kontakt mit Zecken entstehen.
Das Robert Koch-Institut empfiehlt unter anderem geschlossene Kleidung. Werden Hosenbeine in die Socken gesteckt, müssen Zecken zunächst auf der Kleidung nach oben laufen und können leichter entdeckt werden. Repellentien können zusätzlich schützen, ihre Wirkung ist jedoch zeitlich begrenzt.
Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Körper und Kleidung kontrolliert werden. Besonders geprüft werden sollten:
- Kniekehlen,
- Achseln,
- Leistenbereich,
- Haaransatz,
- Bereich hinter den Ohren.
Eine geeignete Zeckenkarte oder Pinzette gehört in das Erste-Hilfe-Set.
Ordnung durch Packbeutel
Packbeutel erleichtern das Auffinden der Ausrüstung.
Eine mögliche Aufteilung ist:
- Schlafausrüstung,
- Kleidung,
- Küche,
- Hygiene,
- Elektronik,
- Erste Hilfe,
- nasse oder verschmutzte Gegenstände.
Wasserdichte Beutel sind besonders sinnvoll für Schlafsack, Wechselkleidung, Dokumente und Elektronik.
Transparente Boxen eignen sich gut beim Autocamping. Ihr Inhalt ist sichtbar und bleibt vor Schmutz und leichtem Niederschlag geschützt.
Eine realistische Packliste für zwei Nächte
Schlafen und Unterkunft
- Zelt
- Zeltunterlage
- Gestänge
- Heringe
- Abspannleinen
- Hammer oder geeignete Einschlaghilfe
- Schlafmatte
- Schlafsack
- Kissen
- Reparaturmaterial
Kleidung
- wetterangepasste Tageskleidung
- warme Zusatzschicht
- Regenjacke
- trockene Nachtkleidung
- Wechselunterwäsche
- mehrere Paar Socken
- geeignete Schuhe
- Kopfbedeckung
Küche
- Kocher und passender Brennstoff
- Topf oder Pfanne
- Essgeschirr
- Besteck
- Messer
- Wasserbehälter
- Kühlmöglichkeit
- Lebensmittel
- Müllbeutel
- biologisch passend eingesetztes Reinigungsmittel
- Tuch und Schwamm
Licht und Energie
- Stirnlampe
- Zeltlampe
- geladene Powerbank
- Ladekabel
- Ersatzbatterien, falls erforderlich
Sicherheit und Hygiene
- Erste-Hilfe-Set
- persönliche Medikamente
- Sonnenschutz
- Insektenschutz
- Zeckenentferner
- Toilettenpapier
- Handtuch
- Zahnpflege
- Handreinigung
- Ausweisdokumente
- Buchungsunterlagen
Was häufig unnötig eingepackt wird
Gerade am Anfang wird Campingausrüstung oft nach dem Gedanken ausgewählt: „Vielleicht könnte man es brauchen.“
Unnötig werden Gegenstände vor allem dann, wenn sie:
- dieselbe Funktion doppelt erfüllen,
- nicht zum geplanten Wetter passen,
- nur für einen sehr unwahrscheinlichen Sonderfall gedacht sind,
- schwer und sperrig sind,
- vor der Reise nicht getestet wurden,
- komplizierter als eine vorhandene Lösung sind.
Eine umfangreiche Axt ist für einen regulären Campingplatz beispielsweise selten notwendig. Auch mehrere große Messer, vollständiges Haushaltsgeschirr oder zahlreiche dekorative Lampen erhöhen hauptsächlich das Packvolumen.
Ausrüstung vor der Abfahrt testen
Neue Ausrüstung sollte nicht erst auf dem Campingplatz zum ersten Mal ausgepackt werden.
Vorher getestet werden sollten:
- Zeltaufbau,
- vollständiges Gestänge,
- Ventile der Schlafmatte,
- Kocher und Zündung,
- Lampen,
- Akkus,
- Campingmöbel,
- Kühlbox,
- Reparaturmaterial.
Ein Probeaufbau zeigt außerdem, wie viel Platz das Zelt tatsächlich benötigt und wie lange der Aufbau dauert.
Fazit: Gute Campingausrüstung folgt dem tatsächlichen Bedarf
Für ein entspanntes Wochenende braucht es weder eine vollständige Outdoor-Werkstatt noch die teuerste Ausrüstung.
Entscheidend sind ein zuverlässiger Wetterschutz, ein gut isolierter Schlafplatz, trockene Kleidung, ausreichend Wasser, sichere Kochmöglichkeiten und eine durchdachte Beleuchtung.
Wer die Reise vorab realistisch plant, Ausrüstung testet und aufeinander abstimmt, vermeidet einen Großteil typischer Campingprobleme.
So bleibt mehr Zeit für das, worum es beim Camping eigentlich geht: draußen sein, abschalten und den eigenen Tagesrhythmus für ein Wochenende bewusst vereinfachen.
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